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Eigenbau-NPW-HA
Bei dem Bau meiner Nasa habe ich größten Teils nach der Anleitung von Tom White gearbeitet (Links siehe unten).
Allerdings habe ich nicht die vorgeschlagene Nahttechnik verwandt. Das Nahtergebnis war für mich selbst nach einigen Übungsmetern nicht befriedigend. Statt dem Vorschlag habe ich geschlossene Kappnähte verwandt. Auf die geschlossenen Kappnähte habe ich die Nahtvertärkungen nachträglich aufgenäht. Da die geschlossenen Kappnähte erheblich mehr Nahtüberstand brauchte, aber das Tuch bereits zugeschnitten war, wurde der Drachen entsprechend kleiner. Die beiden kleinen roten Naseneinsatzteile auf dem nächsten Bild habe ich daher durch größere ersetzen müssen.
Auch bei der Waage bin ich nicht ganz dem Vorschlag gefolgt. Die Abmessungen, Stärken, etc. sind nach Anleitung. Allerdings habe ich, nicht die vorgeschlagene Dacronleine verwandt, sondern Zwecks besserer Reaktionsfreudigkeit ummantelte Dyneemaleinen.
Als weitere Abweichung zur Anleitung habe ich bei der Schleppkante die Verstärkungsleine weggelassen
Auf dem folgenden Bild sind alle Teile bereits fertig zugeschnitten. Bis auf die Naseneinsatzstücke, die wegen anderer Nahttechnik durch größere ersetzt werden mussten, sind alle Teile auch am fertigen Drachen zu finden. ;-)

Hier sind die ehemals 12 Teile bereits zu 3 Teilen vereint.

So klein ist das Segel, wenn man es zusammenlegt. Hier ist es zwar schon an einem Stück, aber noch nicht fertig konfektioniert (Noch keine Verstärkungsleinen, keine Nasenabschnitte, keine Nasenverbindungsleinen, keine Schlaufen am Segelende)

Das ist das Segel komplett fertiggestellt. Zur fertigen Nasawing fehlt nun noch die Waage. Zum Größenvergleich liegt am unteren Ende ein 2m Gliedermaßstab (Zollstock).

Mit diesem Waagemeßbrett, ebenfalls nach der Anleitung von Tom hergestellt, ist die Waageleinenabmessung wirklich einfach gewesen.

Durch die Anzahl der Waageschnüre ergab sich doch eine recht hohe Anzahl an Knoten:
38 Primäre mit 2Segelanknüpfungen, 38 Sekundäre die auf 8 Q-Leinen zusammengeführt wurden und 4 Q-Punktverlängerungen--> 84 * 2 Knoten + 4 * 1 Knoten = 172 Knoten
Schlußendlich kam dann folgender Drachen heraus:

Wie oben bereits geschrieben habe ich nach dem Bauplan von Tom White gearbeitet:
Homepage von Tom White
Zum Programmdownload hier klicken
Hier ein paar allgemeine Tipps für die Nachbauwilligen:
- Baut euch das vorgeschlagene Waagemeßbrett. Es macht die Waageabmessung wirklich einfach.
- Von den drei Mittelfeldern braucht nicht das Nasenfeld abgeschnitten zu werden, um dann wieder angenäht zu werden. Es kann auch einfach nur die Verstärkungsleine aufgenäht werden. Eventuell durch feldfarbiges doppelt oder vierfach gelegtes Saumband unterlegt.
- Wenn Motive appliziert werden sollen, ist beim Design zu beachten, dass sämtliche Flächen im fliegenden Drachen gewölbt sind.
- Beim Fliegen auf der Wiese ist es hilfreich ein paar Gewichte dabei zu haben. Für das Fliegen selbst natürlich nicht, aber beim Aufbauen und Abbauen sind sie beim entsprechenden Wind unentbehrlich. 3-4 kleine Steinsäckchen mit ca. 500g Gewicht sind ausreichend.
Hier ein paar Tipps für die Genauigkeitsfanatiker unter den Nachbauwilligen:
- Ich schlage eine geschlossene Kappnaht mit nachträglicher Addition der Verstärkungsleine vor. Dabei ist die Bestimmung der Nahtzugabe nicht ganz einfach. Daher folgende Hinweise:
- Die Naht besteht im Grunde aus zwei geraden Nähten mit dem Abstand der halben Nahtzugabe. Dadurch ergibt sich eine Nahtmitte die exakt in der Mitte zwischen den beiden Geradnähten liegt.
- Diese Nahtmitte befindet sich bei dem Feld, auf das die Nahtzugabe umgelegt wird, im Abstand von einem Viertel der Nahtzugabe von der ersten Naht, zur Feldmitte hin. Das Feld wird also bezogen auf die erste Naht um ein weiteres viertel der Nahtzugabe kleiner.
- Bei dem anderen Feld befindet sich die Nahtmitte im Abstand von einem Viertel der Nahtzugabe von der ersten Naht, von der Feldmitte weg. Das Feld wird also bezogen auf die erste Naht um ein viertel der Nahtzugabe größer.
- Wegen oben Genanntem sollte vor dem Zuschnitt bestimmt werden, wie die Nähte umgeschlagen werden und entsprechend bestimmt werden, wo die Nähte verlaufen. Dann muss der gewünschte Abstand unter Berücksichtigung obiger Hinweise und ensprechender Nahtzugabe abgemessen werden. Dabei ist es nützlich, im Programm die Nahtzugabe auf 0 mm einzustellen und entsprechend selbst zu rechnen.
In den Beispielen verwendet: A - Nahtabstand bzw. Breite des Felds/ N - gewählte Nahtzugabe / Z - Zuschnittbreite
- Beispiel: A= 100cm / N= 1cm / beide Nähte werden auf das Feld umgelegt: >>> Z = 1*N + 0,25*N + A + 0,25*N + 1*N = 2,5*N + A = 102,5 cm
- Beispiel: A= 100cm / N= 1cm / Nur eine Naht wird auf das Feld umgelegt: >>> Z = 1*N + 0,25*N + A - 0,25*N + 1*N = 2*N + A = 102 cm
- Beispiel: A= 100cm / N= 1cm / Keine naht wird auf das Feld umgelegt: >>> Z = 1*N - 0,25*N + A - 0,25*N + 1*N = 1,5*N + A = 101,5 cm
- Es sollte ein geschlossener Saum mit kompletter Nahtzugabe berücksichtigt werden. Die Verstärkungsleine sollte allerdings in Kantennähe und nicht Saummitte angebracht werden.
- Es sollte symetrisch gearbeitet werden. Wenn also bspw. die Verbindungsnaht vom Rand- und Seitenfeld auf der rechten Seite auf das Seitenfeld gelegt wird, so sollte das auch auf der linken Seite so durchgeführt werden.
- Bei den Seiten- bzw. Randfeldern verlaufen die Nähte schräg. Um dies zu berücksichtgen, sollte die Diagonale Nahtzugabe mit 1,083 multiplziert werden (Verhältnis der Diagonalen zur Längskante)
- Bei einer gegebenen Feldhöhe und Nahtzugabe ergibt sich für die Breite folgendes:
Breite=0,414*(Höhe+Nahtzugabe)+(2*(1+Orthogonalenkorrektur)+2,166*(1+Diagonalenkorrektur))*Nahtzugabe
Wobei die Orthogonalen- bzw. Diagonalenkorrektur entweder +0,25 ist, wenn die betreffliche Verbindungsnaht auf das Feld gelegt wird, und -0,25 ist, wenn sie auf das angenähte Feld gelegt wird.
- Um die Linie zu finden, die das Rechteck in die Dreiecke - im Grunde sind es Trapeze - teilt muss auch wieder die Nahtlage berücksichtigt werden.
In jedem Fall ist von der oberen linken Ecke nach rechts und der unteren rechten Ecke nach links die folgend berechnete Distanz abzumessen.:
Distanz = Nahtzugabe * (1 + Orthogonalenkorrektur + 1,083 * (1 + Diagonalenkorrektur))
Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte:

Hinweis: In dem Bild sind die Nahtzugaben um mindestens den Faktor 10 zu groß dargestellt. Die Orthogonalen- und Diagonalenkorrekturen sind nicht dargestellt!!!
Dem Bild ist ebenso zu entnehmen, dass für den Zuschnitt zu der Feldhöhe die Nahtzugabe hinzuaddiert werden muss.
Zu den Nettokosten:
Als Tuch habe ich Icarex PC 31 zu etwa 11 Euro/lfm (1,42m breit) verwandt. Durch "Fehlschnitte" gingen knapp 5m drauf --> 55 Euro fürs Tuch
Die Waage wird bei etwa 30-40 Euro liegen (ummantelte Dyneemaleine, statt wie in der Anleitung einfache Dacronleine)
Die Flugleinen liegen bei knapp 36 Euro.
Die Griffe schlagen mit 31 Euro zu Buche.
Sonstiges 5-10 Euro
--> 160-170 Euro Nettokosten.
Für diesen Preis kann man sich auch vergleichbare NPWs mit vergleichbarem Zubehör fertig kaufen.
Zu den Bruttokosten:
Da das ein oder andere Werkzeug besorgt werden musste, und auch bzgl. der Griffe zusätzlich der Eigenbau in Angriff genommen wurde, sind weitere Kosten entstanden, die ich aber nicht explizit diesem Projekt zuschreibe.